Unser Spaziergang führt uns zunächst zur Klosterruine Nimbschen. In diesem Kloster lebte von 1509 bis 1523 Katharina von Bora, die spätere Ehefrau Martin Luthers. Die Flucht von neun Nonnen gehört wohl zu den bekanntesten Ereignissen des Klosters. Ein Stück entlang der Mulde erreichen wir die Anlegestelle der Fähre. In fröhlicher Runde überqueren wir den Fluß. Die große Tafel am Fährhaus weist auf zurückliegende Hochwasserstände hin. Einige wundern sich, dass der Stand vom Jahr 2002 fehlt … Ich zeige auf das kleine goldene Schildchen weit über der Haustür und sehe das Staunen in den Gesichtern.
Die Flussschiffmühle liegt inzwischen wieder an ihrem gewohnten Platz und lädt zu einem Besuch ein. Auf den Muldenwiesen finden wir ein paar kleine verspätete Osterlämmer als Fotomotiv. Nach einem kleinen Anstieg hinter dem Hotel „Zur Schiffmühle“ erreichen wir den Juttapark. Wir genießen die Ruhe, das frische Grün und die vielen kleinen Blumen auf der Wiese. Jutta Gleisberg, Gattin des Grimmaer Großmühlenbesitzers Gleisberg, ließ auf diesem Gelände den Bismarckturm errichten. Konzipiert wurde der Turm als Aussichts- und Wasserturm mit abnehmbarer Feuervorrichtung. Über eine Wendeltreppe mit 81 Stufen erreicht wir die Zinnenaussichtsplattform des Turmes und schaun über die Felder und Baumblüte. Im Turminneren ist eine elektroakustische Dauerinstallation des Klangkünstlers Erwin Stache zu hören. Begeistert öffnen und schließen wir immer wieder die Tür und lauschen den sonderbaren Klängen. Wieder im Tal nehmen wir den Weg über den Rabenstein zur Hängebrücke nach Grimma und beobachten noch so manchen kleinen zwitzschernden Sänger.